Dein sanfter Wiedereinstieg

Der Wiedereinstieg ins Radfahren nach einer Pause, Verletzung oder schmerzhaften Erfahrung ist für viele eine Herausforderung. Schmerzen im Knie, Rücken oder Nacken trüben schnell die Motivation. Doch mit der richtigen Vorbereitung, sinnvoller Belastung und passender Ausrüstung kannst du wieder schmerzfrei und mit Freude fahren.

Warum Schmerzen beim Radfahren auftreten

Schmerzen beim Radfahren kommen selten plötzlich – sie schleichen sich ein. Bei mir war es anfangs nur ein leichtes Ziehen im Rücken, später taube Hände und irgendwann Beschwerden, die mir den Spaß am Radfahren genommen haben. Genau da habe ich angefangen, genauer hinzuschauen: Warum tut Radfahren eigentlich weh, obwohl es doch als gelenkschonend gilt?

Die Ursache liegt meist nicht im Radfahren selbst

Viele denken zuerst: „Dann ist Radfahren wohl nichts für meinen Körper.“ Meine Erfahrung – und das, was ich heute aus Training und Bewegung weiß – ist eine andere. Nicht das Radfahren macht die Schmerzen, sondern die Kombination aus Alltag, Haltung und Belastung.

Wir sitzen viel, bewegen uns einseitig und steigen dann oft ohne Vorbereitung wieder aufs Rad. Der Körper soll funktionieren, obwohl ihm Beweglichkeit und Stabilität fehlen.

Eingeschränkte Beweglichkeit und fehlende Stabilität

Ein großer Faktor für Schmerzen beim Radfahren ist eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit und eine schwache Rumpfmuskulatur. Wenn Hüften, Rücken oder Schultern nicht beweglich genug sind, sucht sich der Körper Ausweichbewegungen.

Diese landen beim Radfahren direkt an den Kontaktpunkten: Rücken, Nacken, Hände, Gesäß oder Knie. Ich habe lange geglaubt, dass ich einfach „falsch sitze“ – in Wahrheit war mein Körper nicht stabil genug, um diese Position schmerzfrei zu halten.

Ein nicht optimal eingestelltes Fahrrad

Natürlich spielt auch das Fahrrad selbst eine Rolle. Ein zu hoher oder zu niedriger Sattel, eine ungünstige Lenkerposition oder schlecht angepasste Kontaktpunkte können vorhandene Probleme deutlich verstärken.

Wichtig dabei: Ein falsch eingestelltes Rad ist selten die alleinige Ursache für Schmerzen. Es macht bestehende Schwächen sichtbar – genau das habe ich bei mir selbst erlebt.

Zu schneller Wiedereinstieg und zu viel Ehrgeiz

Ein Punkt, den ich selbst lange unterschätzt habe, ist die Belastungssteuerung. Nach Pausen wollte ich schnell wieder an alte Leistungen anknüpfen – längere Strecken, höheres Tempo, mehr Druck.

Mein Körper war dafür schlicht noch nicht bereit. Die Schmerzen waren kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Warnsignal, das ich zu lange ignoriert habe.

Mein wichtigstes Learning

Schmerzfreies Radfahren beginnt nicht mit dem Rad, sondern mit dem eigenen Körper.

Erst als ich begonnen habe, gezielt an meiner Beweglichkeit zu arbeiten, Stabilität aufzubauen und langsamer sowie bewusster zu starten, konnte ich wieder entspannt, schmerzfrei und mit Freude Rad fahren.

Die Basis für schmerzfreies Radfahren: Ein richtig eingestelltes Fahrrad

Eine passende Bike-Einstellung ist einer der größten Hebel gegen Schmerzen.

Besonders wichtig sind:

  • korrekte Sattelhöhe und -position
  • ein Lenker, der zu deiner Beweglichkeit passt
  • ein ergonomischer Sattel (hier mal zwei Beispiele von Alpensattel oder RockBros)

Viele Wiedereinsteiger profitieren von ergonomischen Sätteln, die Druck von sensiblen Bereichen nehmen, sowie von verstellbaren Vorbauten, um eine entspanntere Haltung zu ermöglichen. Auch ein professionelles Bikefitting kann echt helfen und muss keine zig hundert Euro kosten!

Langsam starten und Überlastung vermeiden

Der Körper benötigt Zeit, um sich wieder an die Belastung zu gewöhnen. Niemand, wirklich niemand sollte direkt mit einem 100er starten:

  • kurze Einheiten für den Start, z.B. 20-30km
  • niedrige Intensität bei hoher Trittfrequenz (die sollte schon so bei 85/min liegen)
  • ausreichend Pausen zwischen den Fahrten
  • hier und da kann man auch mal was essen während einer Fahrt (ja, Du brauchst Energie)

Training sinnvoll unterstützen – auch abseits des Rads

Schmerzfreies Radfahren beginnt nicht erst im Sattel. Unterstützend wirken:

  • Einsteigerfreundliche Trainings-Apps oder Onlineprogramme

Hinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links, ich erhalte eine Provision, wenn du darüber einkaufst – für dich entstehen keine Mehrkosten.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert